Was ist das eigentlich:

Systemisch?

Systemisches Denken geht davon aus, dass sich das Verhalten und Erleben eines Menschen nicht isoliert erklären lässt, sondern immer im Zusammenhang mit seinem Umfeld – Familie, Partnerschaft, Arbeitsplatz oder soziales Netzwerk – zu verstehen ist.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht das isolierte Verhalten Einzelner, sondern die Beziehungen zwischen den Beteiligten eines Systems. Statt nach der “einen Ursache” für ein Problem zu suchen, richtet der systemische Blick den Fokus auf die Wechsel-wirkungen, Muster und Ressourcen innerhalb eines Systems.1

Wir nutzen: Ressourcen
Wir arbeiten: methodisch, kreativ
Wir finden: Stärken und Fähigkeiten

So kurz wie möglich, so lang wie nötig – das ist das Grundprinzip der systemischen Arbeit. Sie gilt als effektives, lösungsorientiertes Kurzzeitverfahren, das Menschen dabei unterstützt, ihren Alltag besser zu bewältigen, und dabei gezielt an vorhandenen Ressourcen ansetzt.

In unserer Beratung und Begleitung nutzen wir diese systemische Grundhaltung: Wir schauen nicht auf ein isoliertes “Problem”, sondern auf Sie als Person in Ihren Lebenszusammenhängen – mit Ihren Beziehungen, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, gemeinsam neue Perspektiven zu eröffnen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Wissenschaftlich anerkannt

Die systemische Therapie ist in Deutschland kein neuer oder unerprobter Ansatz: 2008 stufte der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie sie als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren ein, 2019 nahm der Gemeinsame Bundesausschuss die Systemische Therapie für Erwachsene als viertes Richtlinienverfahren in die Psychotherapie-Richtlinie auf – seit 2024 gilt das auch für Kinder und Jugendliche.

Grundlage dieser Anerkennung waren umfangreiche Wirksamkeitsanalysen: Allein für Erwachsene wurden im Rahmen der Evaluation 42 randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet und sieben Metaanalysen zur Wirksamkeit systemischer Therapie herangezogen. Untersuchungen zeigen zudem gute Langzeiteffekte: bei Kontrolluntersuchungen bis zu vier Jahre nach Abschluss der Behandlung schnitt die systemische Therapie im Vergleich zu anderen Verfahren gut ab, bei gleichzeitig geringeren Abbruchraten.

Auch außerhalb der Psychotherapie – etwa in Beratung, Coaching, Supervision oder Organisationsentwicklung – hat sich systemisches Denken und Arbeiten längst etabliert und wird zunehmend wissenschaftlich begleitet, etwa durch aktuelle Forschungsprojekte zur Wirksamkeit systemischer Formate im Arbeits- und Organisationskontext.

Quelle:

1Ärzteblatt, D. Ä. G. R. D. (o. D.). Systemische Therapie: Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile. Deutsches Ärzteblatt. https://www.aerzteblatt.de/archiv/systemische-therapie-das-ganze-ist-mehr-als-die-summe-der-teile-52ca5d67-faef-4eeb-b798-2dc6326e7a7f